Projektidee

 

Der Neue Mensch

Fast 50 Jugendliche erforschen an drei verschiedenen Orten bis heute wiederkehrende Idealvorstellungen vom Menschen. Sie arbeiten in Dresden, Essen und Weimar gemeinsam am Projekt „Der Neue Mensch – Menschenbilder der Moderne“. Die Zehntklässler werden über ein Schuljahr hinweg an ihren Orten den ambivalenten Ideen zum „Neuen Menschen“ am Beginn des 20. Jahrhunderts nachspüren und arbeiten dabei eng mit der Klassik Stiftung Weimar, dem Deutschen Hygiene Museum Dresden und der Stiftung Zollverein Essen zusammen. Gefördert wird das Projekt von der PwC-Stiftung Jugend – Bildung – Kultur.

 

Thema der Neuer Mensch

Die Erfindung eines immer wieder „Neuen Menschen“ und die damit verbundenen Hoffnungen durchziehen bis heute als Idealvorstellung weite Epochen der Menschheitsgeschichte. Die grundlegenden Widersprüchlichkeiten und Ambivalenzen dieses Konzepts werden insbesondere zu Beginn des 20. Jahrhunderts unmittelbar greifbar, als der „Neue Mensch eine gemeinsame Erwartung ansonsten entgegengesetzter Bewegungen“ war (Geleitwort im Ausstellungskatalog: Der neue Mensch. Obsessionen des 20. Jahrhunderts. Dresden 2002).

Im Projekt steht der Zeitraum zwischen dem ausgehenden 19. Jahrhundert und dem Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 im Fokus. In dieser Zeit wird zwischen den Polen Zukunftsangst und Fortschrittsglaube der Stellenwert von Erziehung, von Führung der Menschen, von „Auslese und Zucht“ (Eugenik), von gesellschaftlichen Rahmenbedingungen neu hinterfragt und verschieden beantwortet. Die Fragestellung nach dem „Neuen Menschen“ ist zugleich bis in die heutige Zeit aktuell, in der komplexe Lebenswelten vom Menschen vielfältige Orientierungsfähigkeiten fordern. So werden die Schülerinnen und Schüler zu kritischer Reflexion auch über aktuelle und eigene Menschenbilder angeregt.